Julia Hatina Julia Hatina

Warum ich was fotografiere…

Als ich als Kind angefangen hab zu fotografieren, hab ich einfach überall draufgehalten. Dabei hab ich nicht groß überlegt, in welchem fotografischen Genre ich mich gerade herumtreibe. Es war die Farbe, die Person, die Aussicht, die Situation, die Erinnerung - tausend Gründe etwas festzuhalten.

Als ich als Kind angefangen hab zu fotografieren, hab ich einfach überall draufgehalten. Dabei hab ich nicht groß überlegt, in welchem fotografischen Genre ich mich gerade herumtreibe. Es war die Farbe, die Person, die Aussicht, die Situation, die Erinnerung - tausend Gründe etwas festzuhalten.

Je mehr ich dann gelernt habe und an Erfahrung gewonnen habe, desto selektiver bin ich geworden. Ich konnte es lange gar nicht sagen, warum mich manche Dinge plötzlich nicht mehr gereizt haben zu fotografieren. Man verändert auch irgendwie das Interesse oder die Sicht auf Sachen. Früher hatte ich tatsächlich bei Straßenzügen oft das Gefühl, dass mich die Menschen da stören, wenn sie in mein Bild spazieren. Heute bin ich ganz versessen darauf, die Menschen und die Momente mit auf mein Bild zu bringen.

Aber warum hat sich bei den Dingen, die ich gerne fotografiere so viel geändert? Genau weiß ich das auch nicht. Vielleicht weil ich selbst mehr weiß, was mir gefällt. Vielleicht weil ich das meiste aus der irgendwie immer knappen Zeit machen möchte. Weil ich mich auch bewusst immer weiterentwickeln möchte. Das geht auch so weit über das reine Erlernen der Technik hinaus. Ich möchte immer besser werden, und ein großer Punkt - denke ich - meinen ganz eigenen Stil finden. Das, was mich von den anderen Fotografen unterscheidet. Ich habe immer auch den Satz von Marie Ebner-Eschenbach im Kopf. „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.“

Daher versuche ich so oft ich es kann, alles zu verschlingen, was es zu Fotografie zu wissen gibt. Sei es einfach nur Fotos anschauen, sei es Technik, aber so ein wichtiger Teil ist die Philosophie hinter der Fotografie. Es gibt einige so tolle Fotografen da draußen, die mich da inspiriert haben bzw. die mir so wichtige Denkanstöße dazu gegeben haben. Dazu gehören Christian Anderl, Sean Tucker, James Popsys und sicher noch viele andere. Die sich mit der Frage auseinandersetzen - Warum fotografiere ich eigentlich?

Ich glaube ich habe meine Antwort auch erst teilweise, aber ich bin schon ein wenig vorangekommen. Und mit der Beantwortung dieser Frage, komme ich natürlich auch immer mehr dahin, was ich eigentlich fotografieren möchte.

Ich fotografiere um Geschichten zu erzählen, Momente festzuhalten, Erinnerungen unendlich zu machen. Und daher fotografiere ich aus voller Leidenschaft Menschen. Wer kann besser Geschichten erzählen als Menschen? Und wenn man das Vertrauen geschenkt bekommt, dass einen jemand ganz direkt seine Geschichte erzählen lässt, wie zB beim Fotografieren einer Hochzeit oder Portraitfotos, ist das wirklich ein großes Geschenk, wofür ich jeden Tag sehr dankbar bin. Auch mit der Streetfotografie - meiner zweiten Leidernschaft - kann ich so viele spannende Momente festhalten, auch da gehören Menschen für mich immer fix mit dazu, sonst fehlt irgendwie für mich ein großer Teil der Emotion.

Dadurch sind mein Fotos über die Jahre extrem anders geworden. Hier nur zwei Beispiele - ich denke man sieht, welches Foto von früher ist und welches aktuell :)

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Julia Hatina Julia Hatina

Das erste Locationscouting…

Und da startet die Hochzeitssaison mit der ersten Winterhochzeit. Das sind natürlich gänzlich andere Umstände als im Sommer. Die Tage sind kürzer, das Licht ist anders, die Natur ist weniger grün und vor allem ist es viel kälter.

Und da startet die Hochzeitssaison mit der ersten Winterhochzeit. Das sind natürlich gänzlich andere Umstände als im Sommer. Die Tage sind kürzer, das Licht ist anders, die Natur ist weniger grün und vor allem ist es viel kälter.

Das sind alles Dinge, die man im Vorhinein beim Fotografieren bedenken muss. Wie lange kann ich einem Paar zumuten draußen zu sein, wie spät kann ein Paarshooting noch stattfinden bevor es finster wird, wie gestalte ich einen schönen Hintergrund, wenn die Pflanzen da draußen ein wenig die Farbe verloren haben?

Auch im Sommer gibt es mehr als genug Punkte einzukalkulieren. Oft das komplette Gegenteil, ist dieser Fotospot zu sehr in der Sonne? Wird es hier zu heiß? Müssen wir mit zu vielen Insekten kämpfen? Aber viele äußere Einflüsse gelten immer, sind Fotospots zu weit von der Hochzeitsgesellschaft weg, gelangt man mit jeder Art Schuhen dahin, besteht das Risiko schmutzig zu werden, sind gewisse Spots gesperrt?

Ja das ist schon eine ganze Liste. Und nachdem vor allem Paarshootings oft zeitlich straff getaktet sind, muss da alles klappen, die Spots schon geplant sein. Daher besichtige ich IMMER die Location, vor jeder Hochzeit. Ich bin gerne gut vorbereitet und plane meine Paarshootings so gut es geht. Nimmt mir das nicht die Kreativität? Ganz und gar nicht, im Gegenteil.

Wenn ich die Hauptspots festgelegt habe, bin ich komplett beim Fotografieren und muss mir über nichts anderes mehr Gedanken machen, das gibt mir die Freiheit mich komplett auf das Paar zu fokussieren und mich kreativ auszutoben, weil mich dann nichts mehr überraschen kann. Und da ich weiß, ich habe quasi sichere und tolle Shots in der Tasche kann ich ganz entspannt sehen, was man noch so machen kann. Und da fällt mir immer etwas ein :)

Wenn ich mir eine Location ansehe, versuche ich immer ungefähr zu der selben Uhrzeit hinzufahren, die ich dann auch bei der Hochzeit dort sein werde. Damit ich gleich die richtige Lichtsituation sehe. Am liebsten hab ich da auch gleich das Brautpaar mit. Dann kann auch auch gleich deren Wünsche berücksichtigen bzw. schon gemeinsam die Lieblingsspots auswählen.

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Julia Hatina Julia Hatina

Städtetrip: Lissabon

Gar nicht so weit von meinem letzten Städtetrip Blogartikel liegt hier die nächste Stadt, die ich euch zeigen möchte. Am westlichsten Ende des europäischen Festlands, die Hauptstadt von Portugal - Lissabon.

Gar nicht so weit von der Stadt aus meinem letzten Blogartikel liegt die nächste, die ich euch zeigen möchte. Am westlichsten Ende des europäischen Festlands, die Hauptstadt von Portugal - Lissabon.

Ich war da Ende Oktober 2021 - übrigens definitiv die perfekte Reisezeit, das Wetter war absolut traumhaft - in einer kurzen Atempause von Covid. Die Restriktionen waren damals kurzzeitig größtenteils aufgehoben, in Portugal gab es kaum Fälle zu der Zeit. Wir dachten, wir hätten es überstanden und haben uns so sehr auf den ersten Urlaub nach gefühlt ewigen Zeiten gefreut. Und haben absolut wundervolle Tage gehabt.

Lissabon ist auch so eine Stadt, die definitiv nicht nur aus ihren Gebäuden und Straßen besteht, sondern auch aus einem unwiderstehlichen Charme und Flair. Gefühlt geht in hier die Zeit ein Stück langsamer, bereits nach dem ersten Blick ist man sofort im Ferienmodus. Überall gibt es Essen aus aller Welt, kleine Märkte, enge verträumte Gassen, wunderschöne Gebäude mit so vielen kulturellen Einflüssen, dass man ins Staunen kommt.

Ich hätte den ganzen Tag herumflanieren können, die Fotomotive sind quasi unendlich. Leider muss man dafür ganz schön fit sein. Was man aber nicht ausser Acht lassen darf, ist das Lissabon ugnglaublich bergig ist. Es gibt viele steile Stufen, viele steile Straßen. Viel rauf und runter. Und dazu kommt noch vieeeel Kopfsteinpflaster. Das macht sich zwar gut auf den Fotos, aber man sollte wirklich gutes Schuhwerk mithaben. Dann kann man sich aber auf einen traumhaften Städtetrip freuen.

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Julia Hatina Julia Hatina

Schwarzweiß oder Farbe?

Obwohl die heutigen Kameras, Wiedergabegeräte und Druckmaschen fast unendlich viele Farben produzieren können, ist doch die Schwarzweißfotografie nicht aus der Mode gekommen. Farben sind doch etwas traumhaftes, warum wird dann doch noch so viel in schwarzweiß fotografiert?

Dazu muss ich sagen, ich liebe ja beides. Schwarzweiß und Farbe. Vor allem in der Portraitfotografie kann man mit beidem so viel ausdrücken. Farben unterstreichen die Gefühle, die Atmosphäre, den Chrarakter. Aber trotzdem sind die ausdrucksstärksten Portraitaufnahmen oft Schwarzweißfotos.

Es kommt einfach immer darauf an. Ja ok - eh klar. Aber wie ich bereits in einem vorigen Blogartikel schon mal geschrieben hatte, ändert sich die Geschichte eines Bildes oft drastisch, wenn ich Farben dazu oder weggebe. Ganz einfach weil ich dadurch auch den Blick des Betrachters lenken kann. Mit starken Farben kann ich den Augenmerk auf etwas richten oder ein bestimmtes Gefühl ausdrücken oder auch ein bestimmtes Merkmal einfach nur dezent unterstreichen. Wenn ich in schwarzweiß fotografiere, lenkt zu einem großen Teil der Ausdruck bei einem Portraitbild den Blick oder auch - ganz technisch gesehen - der Punkt mit dem meisten Kontrast.

Mir gefällt ein BIld meistens dann, wenn es den natürlichen Ausdruck der Person am Portrait unterstreicht und verstärkt und ich das Gefühl habe, diese Person erzählt mir durch das Bild etwas über sich.

Ok, das ist jetzt etwas abstrakt. Aber vielleicht kann ich das ja mit Bildern noch ein bisschen besser beschreiben.

Der wichtigste Unterschied ist der Punkt an dem mein Blick in das Bild “einsteigt”. Das ist nämlich mein erster Eindruck. Das linke Bild ist durch die Komplementärfarben Rot und Grün sehr spannend. Am ehesten schaue ist zuerst ins Gesicht und die Haare. Dann sehe ich den Rest vom Bild an. Das Foto wirkt ausgewogen, ruhig, die Person auf dem Foto wirkt ernst, aber selbstsicher, sanft und ruhig.

Wenn ich auf das schwarzweiße Bild rechts sehe, fällt mein Blick sofort auf die Augen, ich finde der herausfordernde Ausdruck kommt hier viel mehr heraus. Die Sanftheit ist verschwunden. Generell ist das Foto völlig auf den Ausdruck reduziert, wirkt dadurch stärker - irgendwie wird die Geschichte ein ganzes Stück lauter erzählt.

Auch in diesem Beispiel ist die Blickrichtung der Fotos ähnlich. Das Bild in Farbe erzählt die Geschichte in diesem Fall aber irgendwie besser. Weil hier ist leiser besser ist. Der Ausdruck hier ist ganz ein anderer. Die Person wirkt einladend und glücklich, das kommt im Farbbild viel besser zur Geltung. Die Kraft und Stärke ist nicht im Vordergrund, die Sanftheit ist viel wichtiger.

Ich muss sagen, hier gibt es kein richtig oder falsch, das ist in meinem Fall mein Bauchgefühl. Jemand anderer mag da total anders empfinden. Klar ist nur, Farbe oder nicht Farbe macht einen gewaltigen Unterschied. Was gefällt euch besser?

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Julia Hatina Julia Hatina

Gleiches Motiv - andere Geschichte?

Wie viel macht eigentlich die Kamera aus? Also das Medium, mit dem man etwas aufnimmt. Kommt da immer die gleiche Geschichte heraus?

Wie viel macht eigentlich die Kamera aus? Also das Medium, mit dem man etwas aufnimmt. Kommt da immer die gleiche Geschichte heraus?

Ich hab das im letzten Urlaub mal getestet. An einem kleinen Strand in der Bretagne. Neue Kamera gegen alte. Digital gegen analog. Schwarzweißfilm gegen Farbe. Das Motiv war aber das gleiche. Das Ergebnis nicht. Aber woran liegt das?

Wie oft kommt es vor, dass zwei Menschen das gleiche sehen und sie erzählen komplett andere Dinge darüber. Man ist immer geprägt, durch die Erfahrungen, Werte und Einstellung, die man hat. In dem Bild, dass man sich von einer Szene macht, priorisiert jeder anders, jedem fällt etwas anderes auf. Jeder fühlt dabei etwas anderes.

So ist das natürlich mit Fotos auch. Unterschiedliche Fotografen machen von der gleichen Szene teilweise komplett unterschiedliche Bilder. Aber in dem Fall habe ich selbst alle Fotos gemacht. Trotzdem ist irgendwie das Mindset anders, je nachdem welche Kamera man in der Hand hat, durch welchen Sucher man schaut. Und dann funktioniert natürlich die Technik der Kamera auch anders, durch die unterschiedliche Darstellungen wirkt das Bild natürlich auch anders. Daraus resultiert, dass der Blick des Betrachters völlig anders durchs Bild geleitet wird.

In den Vergleichsbildern sieht man das total. Der erste Punkt im Bild den man betrachtet ist völlig unterschiedlich und der “Weg durchs Bild” ist auch anders. Ich hatte dadurch ein völlig anderes Gefühl, obwohl ich zwei Mal die gleiche Szene gesehen habe. Die Wirkung ist ganz anders. Einmal ruhiger, friedlicher, einmal kraftvoller. In einem werden die Strukturen deutlicher, im anderen überwiegt Form und Bildkomposition. Die Bilder erzählen quasi unterschiedliche Geschichte, da andere Dinge in den Vordergrund rutschen. Die Bildsprache ist eine ganz andere. In einem der Meerblicke wird für mich ganz viel Einsamkeit und eine gewisse Melancholie transportiert, das andere dagegen fühlt sich eher romantisch und friedlich an. Aber ich möchte euch gar nicht beeinflussen. Sehen tut nämlich auch jeder anders. Schaut mal, was ihr dazu denkt.

Technische Info: Die Schwarzweißbilder sind mit der Olympus OM2 mit einem Ilford HP5 Film aufgenommen, die Farbfotos mit der Canon EOS R6, beide mit 50 mm Brennweite.



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