Julia Hatina Julia Hatina

Und noch einmal in Farbe…

Ich bin zwar großer Fan davon, was die heutige Fotografie so alles kann, aber ich ich schon öfter erzählt habe, bin ich auch sehr begeistert von Analogfotografie. Da ich Schwarzweißfilm selbst und zu Hause entwickeln kann, hatte ich bis jetzt nur schwarzweiß fotografiert, genau genommen mit dem Ilford HP5. Farbfilm selbst zu entwickeln ist mir da mit meiner noch ein wenig eingeschränkteren Erfahrung doch noch eine Nummer zu groß. Trotzdem wollte ich schon einmal analogen Farbfilm versuchen.

Ich bin zwar großer Fan davon, was die heutige Fotografie so alles kann, aber ich ich schon öfter erzählt habe, bin ich auch sehr begeistert von Analogfotografie. Da ich Schwarzweißfilm selbst und zu Hause entwickeln kann, hatte ich bis jetzt nur schwarzweiß fotografiert, genau genommen mit dem Ilford HP5. Farbfilm selbst zu entwickeln ist mir da mit meiner noch ein wenig eingeschränkteren Erfahrung doch noch eine Nummer zu groß. Trotzdem wollte ich schon einmal analogen Farbfilm versuchen.

Nur welchen? Da könnte man sich jetzt komplett verlieren - Körnung, Colour Grading (Farbgebung) - und das sind nur einige der Aspekte. Absolut im Trend, vor allem in punkto Colour Grading ist der Kodak Portra 400. Fürs nur Rumspielen war mir der schon um einiges zu teuer. Ich hab mich dann für den guten alten Kodak Gold entschieden.

Wie früher als Kind im Urlaub… Den Film hab ich immer gehabt. Günstig ist er auch. Und hat einen sehr netten 80ies Touch. Er hat zwar ISO 200, was bedeutet, dass er schon relativ viel Licht braucht, aber draußen bei Tageslicht, sollte keine Probleme geben, hat es auch nicht.

Ich muss sagen, heikel ist er nicht. Hatte ihn auch auf der Schipiste mit - die Fotos habens alle zurück geschafft. Ich war eigentlich sehr happy. Hat zwar nicht ganz den Charme vom Portra, aber ich bin nicht unzufrieden.

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Julia Hatina Julia Hatina

Zurück aus dem Schnee

Letzte Woche war ich im Urlaub. Schifahren in den Bergen. Die perfekte Auszeit.

Letzte Woche war ich im Urlaub. Schifahren in den Bergen. Die perfekte Auszeit.

Die Kamera bleibt hier auch meistens zu Hause. Erstens hab ich ein bisschen Angst um sie. Schnee, Kälte und Schi fahren sind jetzt wahrscheinlich nicht ganz optimal für elektronische Geräte und Objektive. Und eigentlich sollte man ja auch mal Pause machen und die Gegend einfach auf sich wirken lassen.

Schaffe ich aber irgendwie meistens dann doch nicht. Heuer hatte ich aber nur eine alte analoge Kamera und mein Handy dabei. Und obwohl ich seit fast 20 Jahren in die gleiche Region fahre, die Berge im Winter erstaunen mich jedes Jahr wieder. Was für ein Anblick. Totale Freiheit. Die frischeste Luft, die man sich vorstellen kann. Beeindruckendste Natur. Und irgendwie das Gefühl, eine Pause von der hektischen Welt zu haben. Ganz weit weg zu sein. Das rückt irgendwie die Prioritäten zurecht.

Ich versuche einfach mal alles zu genießen, aber an allen Motiven kann man nicht einfach vorbei fahren. Dafür hab ich dann eine wunderschöne Erinnerung, wenn ich zurück im grauen Winter-Wien bin.

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Julia Hatina Julia Hatina

Gleiches Motiv - andere Geschichte?

Wie viel macht eigentlich die Kamera aus? Also das Medium, mit dem man etwas aufnimmt. Kommt da immer die gleiche Geschichte heraus?

Wie viel macht eigentlich die Kamera aus? Also das Medium, mit dem man etwas aufnimmt. Kommt da immer die gleiche Geschichte heraus?

Ich hab das im letzten Urlaub mal getestet. An einem kleinen Strand in der Bretagne. Neue Kamera gegen alte. Digital gegen analog. Schwarzweißfilm gegen Farbe. Das Motiv war aber das gleiche. Das Ergebnis nicht. Aber woran liegt das?

Wie oft kommt es vor, dass zwei Menschen das gleiche sehen und sie erzählen komplett andere Dinge darüber. Man ist immer geprägt, durch die Erfahrungen, Werte und Einstellung, die man hat. In dem Bild, dass man sich von einer Szene macht, priorisiert jeder anders, jedem fällt etwas anderes auf. Jeder fühlt dabei etwas anderes.

So ist das natürlich mit Fotos auch. Unterschiedliche Fotografen machen von der gleichen Szene teilweise komplett unterschiedliche Bilder. Aber in dem Fall habe ich selbst alle Fotos gemacht. Trotzdem ist irgendwie das Mindset anders, je nachdem welche Kamera man in der Hand hat, durch welchen Sucher man schaut. Und dann funktioniert natürlich die Technik der Kamera auch anders, durch die unterschiedliche Darstellungen wirkt das Bild natürlich auch anders. Daraus resultiert, dass der Blick des Betrachters völlig anders durchs Bild geleitet wird.

In den Vergleichsbildern sieht man das total. Der erste Punkt im Bild den man betrachtet ist völlig unterschiedlich und der “Weg durchs Bild” ist auch anders. Ich hatte dadurch ein völlig anderes Gefühl, obwohl ich zwei Mal die gleiche Szene gesehen habe. Die Wirkung ist ganz anders. Einmal ruhiger, friedlicher, einmal kraftvoller. In einem werden die Strukturen deutlicher, im anderen überwiegt Form und Bildkomposition. Die Bilder erzählen quasi unterschiedliche Geschichte, da andere Dinge in den Vordergrund rutschen. Die Bildsprache ist eine ganz andere. In einem der Meerblicke wird für mich ganz viel Einsamkeit und eine gewisse Melancholie transportiert, das andere dagegen fühlt sich eher romantisch und friedlich an. Aber ich möchte euch gar nicht beeinflussen. Sehen tut nämlich auch jeder anders. Schaut mal, was ihr dazu denkt.

Technische Info: Die Schwarzweißbilder sind mit der Olympus OM2 mit einem Ilford HP5 Film aufgenommen, die Farbfotos mit der Canon EOS R6, beide mit 50 mm Brennweite.



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Julia Hatina Julia Hatina

Land der Berge…

Also mindestens zwei Mal im Jahr müssen es die Berge sein. Wir haben eine kleine Hütte im wunderschönen Pinzgau im Salzburger Land. Direkt mit Blick auf den Hochkönig. Allein für diesen Blick zahlt sich schon das Hinfahren aus.

Also mindestens zwei Mal im Jahr müssen es die Berge sein. Wir haben eine kleine Hütte im wunderschönen Pinzgau im Salzburger Land. Direkt mit Blick auf den Hochkönig. Allein für diesen Blick zahlt sich schon das Hinfahren aus.

Aber trotzdem ist das nichts gegen oben sein. Die ultimative Freiheit. Eine Luft, die es nirgendwo anders gibt. Einmal einatmen und der Stress ist weg. Für mich gibt es nicht, was so erdet und entspannt wie die Berge. Für eine Weile über den Dingen sein. Sich nach dem letzten steilen Stück umdrehen und einfach nur staunen. Plötzlich ist man aus dem heimeligen begrenzten Tal ganz oben in der Weite, und wird ganz hell, überall Himmel, flauschige Wolken, Sonnenstrahlen, Bergspitzen und Bäume. Ein Traum.

Die Kamera ist natürlich immer dabei, aber vor dem Foto muss ich immer ein wenig den Moment genießen. Wirken lassen und dann schauen, wie kann ich diesen Moment festhalten, sodass man auch auf dem Foto sieht, was er mir bedeutet und wie ich empfunden habe, welche Geschichte kann ich damit erzählen.

Dann meldet sich mein kleiner künstlerischer Monk und bastelt am genauen Bildausschnitt. Was soll alles ins Foto, was muss nicht, wie ordne ich es an? Sodass die Geschichte nicht verloren geht. Aber trotzdem alles möglichst einfach und gut gestaltet ist. Gerade Bergmotive können am Foto extrem verlieren, weil es schwer ist die Weite einzufangen, da wirkt oft alles recht flach. Da ist es wichtig, TIefe ins Foto bekommen - ein Element im Vordergrund, Wolken am Himmel… Oder natürlich auch einen Menschen, damit man die Größenverhältnisse gut sieht.

Die Stimmung wird auch maßgeblich vom Licht beeinflusst. Gerade in den Bergen kann das so einen unvorstellbaren Unterschied machen, von der düsteren Nebelsuppe zum sonnengefluteten Bergpanorama. Das ist auch gar nicht einfach zu fotografieren, so viel Licht, so viel Schatten, meistens beides gleichzeitig… da kann man einiges lernen. Aber in den Bergen übt man gerne :)

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Julia Hatina Julia Hatina

Roadtrip. Einmal von Paris nach London.

Juhu Ferien. Nach einem echt stressigen Juni konnten wir unseren Urlaub heuer im Juli kaum erwarten. Endlich eine Auszeit. Von fast allem, nur nicht vom Fotografieren.

Juhu Ferien. Nach einem echt stressigen Juni konnten wir unseren Urlaub heuer im Juli kaum erwarten. Endlich eine Auszeit. Von fast allem, nur nicht vom Fotografieren.

Wir sehen gerne neues, sind gerne an Orten, wo sich nicht die Massen tummeln. Und wo es nicht glühend heiß ist. Aber vor allem wo man gut fotografieren kann. Sich auf einen Ort zu einigen war dieses Jahr gar nicht so einfach. Meer war gewünscht, Berge. Shoppen, wandern. Eigentlich alles. Und wie immer Roadtrip.

Nach einiger Überlegung stand die Route. Von Paris nach London. Aber nicht einfach so. Nach Paris mit dem Flieger, von dort in die Bretagne. Nach ausgiebiger Erforschung geht es weiter mit dem Schiff nach Großbritannien. Aber bevor wir nun einfach nach London fahren, machen wir einen ganz schönen Umweg und biegen stattdessen in den Nordwesten ab. Als erstes geht es nach Südwales, dann quer durchs Land in den Norden von Wales, unter anderem auf die Insel Anglesey.

Was für ein Urlaub. Wir haben so viel gesehen. Die Bretagne war wirklich traumhaft. Wunderschöne bretonische Häuschen, überall die blauen Fensterläden, viel Meer, Strände, Leuchttürme, rosa Sandsteinfelsen, in ganz ungewöhnlichen Formen, Moules-frites und so viel Charme. Aber da hört man ja nur gutes, daher hatten wir auch schon eine recht hohe Erwartungshaltung. Die absolute Überraschung aber war Wales. Die Fotos, die ich gesehen hatte, waren ja schon nett, aber hier wurden alle Erwartungen schlichtweg übertroffen.

Ja ich bin schon grundsätzlich ein Fan von allem Britischen. Aber Wales ist einfach ein Traum. Kleine bunte Dörfchen, rauhe Küsten, atemberaubende Klippen, unfassbar weite weiße Strände, grüne Wälder, traumhafte Berge und ich mag ja selbst das Essen. Und auch das Wetter. Keine Hitze, jeden Tag gibt es von Regen bis Sonne alles. Und wahnsinnig viel anzusehen. Es war so schön. Aber seht selbst.


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Julia Hatina Julia Hatina

Immer ganz flexibel.

Wie entscheide ich mich für die richtige Brennweite? Ich will doch nichts verpassen…

Allzeit bereit oder? Es könnte ja sein, dass ich einen tollen Moment verpasse. Und der muss ja richtig eingerahmt werden. Also den richtigen Bildausschnitt haben. Will ich einen ganz weiten Blick haben und möglichst viel am Foto zeigen oder ganz nah ran und ein Detail festhalten. Diesen Ausschnitt nennt man auch die Brennweite eines Kameraobjektivs. Da hat man nun also bei der Entscheidung darüber die Qual der Wahl. Und die Möglichkeiten sind quasi unbegrenzt. Wenn ich da flexibel sein möchte brauche ich ein Zoomobjektiv, hier habe ich einen gewissen Spielraum beim Bildausschnitt. Ich kann also “rein- und rauszoomen”. Toll und praktisch. Nur. Solche Teile sind teuer oder ich muss mich möglicherweise mit Qualitätsabstrichen abfinden. Und sie sind im Regelfall größer und schwerer. Und heikler. So genannte Fixbrennweiten hingegen sind handlicher, bei gleicher Qualität günstiger und haben häufig in der Schärfe ein wenig die Nase vorn. Dafür habe ich immer nur den gleichen “Rahmen”.

Also was tun? Geben tut es alles. Kommt natürlich sehr auf die Umstände an.

Wenn ich eine Hochzeitsreportage mache, gibt es keine Diskussion. Die Momente sind zu wertvoll, als dass ich hier etwas riskieren möchte. Und da geht alles schnell. Situationen ergeben sich jede Sekunde und das kann direkt vor mir sein oder auch weit weg. Da kommt für mich nur ein Zoomobjektiv in Frage.

Für alles andere ist die Entscheidung nicht zu einfach. Was möchte ich fotografieren? Wie viel Platz habe ich in meiner Kameratasche? Kann ich entspannt Objektive tauschen? Besonders schwer fällt es mir für meinen Urlaub. Neue außergewöhnliche Orte, da darf ich doch auch keine Möglichkeit auslassen oder? Verlockend wäre es schon mit kiloweise Equipment zu fahren. Leider nicht wirklich eine Option, wenn man noch zwei Kinder mit hat. Trotzdem kam viel zu viel mit. Objektive, diverse Filter dazu usw.

Letzten Sommer habe ich mich eigentlich eh bemüht. Wir waren auf Roadtrip entlang der Nordküste Spaniens. Motive ohne Ende. Ich hatte mein Zoomobjektiv mit. Dieses bietet mit 24-70mm einen weiten Bildausschnitt, super geeignet für Landschaftsbilder, ermöglicht aber einen engeren Ausschnitt für das eine oder andere Urlaubsportrait oder ähnliches. Damit war ich definitiv am flexibelsten. Zur Sicherheit habe ich noch eine weitere Fixbrennweite (35mm - auch ok für Landschaften) mit und einfach nur für den Notfall meine 50mm Fixbrennweite. Das entspricht so ungefähr der Normalsicht, nicht unbedingt das, was man für Landschaftsaufnahmen empfiehlt. Eher gar nicht.

Hört sich ja nach einem Plan an oder? Naja, theoretisch schon. Praktisch ist mir am 1. Tag des Urlaubs zum ersten Mal meines Lebens ein Objektiv eingegangen. So viel zum Zoom. Als wäre das nicht genug, zwei Tage später hat sich meine 35mm Linse mit einer plötzlich unerwartet hohen Welle angelegt und verloren. Was für eine Hitrate. Gut, da war die Verzweiflung schon groß. Wie sollte ich die wunderschönen weiten Strände und Küstenlandschaften so einfangen? Geht halt aber nicht anders. Musste mein 50mm her. So mancher Landschaftsfotograf hätte nur entsetzt den Kopf geschüttelt. Und ich war echt enttäuscht und dachte, ich werde mit den Fotos nicht glücklich sein.

Ich musste mich doch um einiges mehr um die Komposition kümmern und schauen was alles in den Rahmen kommt. Ich bin also viel mehr herumgelaufen um entweder näher ranzukommen oder mal zurückgehen. Da ist auch manchmal Kreativität gefragt, wenn das Motiv so einfach nicht reinpassen möchte. Ich hab auch ganz oft mehrere Aufnahmen von einem Motiv gemacht um diese zu einem Panorama zusammenzufügen.

Aber dann hab ich die Fotos gesehen. Und was soll ich sagen, natürlich hat sich das alles ausgezahlt. Ich muss sagen, ich war dann wirklich happy mit den Ergebnissen. In der wunderschönen Gegend, in der wir waren, ist es nicht schwer schöne Fotos zu machen. ABER mich so viel mehr mit meinen Motiven auseinanderzusetzen, hat einen ziemlichen Unterschied gemacht und mich wieder ein Stück weitergebracht. Nach einer Weile hatte ich auch das Gefühl trotzdem ganz flexibel zu sein was die Motivauswahl betrifft. Und der Urlaub hat mich gelehrt, dass die Kamera nie die Einschränkung ist. Kreativität hat keine Grenze und kein technisches Limit.


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