Warum ich was fotografiere…
Als ich als Kind angefangen hab zu fotografieren, hab ich einfach überall draufgehalten. Dabei hab ich nicht groß überlegt, in welchem fotografischen Genre ich mich gerade herumtreibe. Es war die Farbe, die Person, die Aussicht, die Situation, die Erinnerung - tausend Gründe etwas festzuhalten.
Als ich als Kind angefangen hab zu fotografieren, hab ich einfach überall draufgehalten. Dabei hab ich nicht groß überlegt, in welchem fotografischen Genre ich mich gerade herumtreibe. Es war die Farbe, die Person, die Aussicht, die Situation, die Erinnerung - tausend Gründe etwas festzuhalten.
Je mehr ich dann gelernt habe und an Erfahrung gewonnen habe, desto selektiver bin ich geworden. Ich konnte es lange gar nicht sagen, warum mich manche Dinge plötzlich nicht mehr gereizt haben zu fotografieren. Man verändert auch irgendwie das Interesse oder die Sicht auf Sachen. Früher hatte ich tatsächlich bei Straßenzügen oft das Gefühl, dass mich die Menschen da stören, wenn sie in mein Bild spazieren. Heute bin ich ganz versessen darauf, die Menschen und die Momente mit auf mein Bild zu bringen.
Aber warum hat sich bei den Dingen, die ich gerne fotografiere so viel geändert? Genau weiß ich das auch nicht. Vielleicht weil ich selbst mehr weiß, was mir gefällt. Vielleicht weil ich das meiste aus der irgendwie immer knappen Zeit machen möchte. Weil ich mich auch bewusst immer weiterentwickeln möchte. Das geht auch so weit über das reine Erlernen der Technik hinaus. Ich möchte immer besser werden, und ein großer Punkt - denke ich - meinen ganz eigenen Stil finden. Das, was mich von den anderen Fotografen unterscheidet. Ich habe immer auch den Satz von Marie Ebner-Eschenbach im Kopf. „Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.“
Daher versuche ich so oft ich es kann, alles zu verschlingen, was es zu Fotografie zu wissen gibt. Sei es einfach nur Fotos anschauen, sei es Technik, aber so ein wichtiger Teil ist die Philosophie hinter der Fotografie. Es gibt einige so tolle Fotografen da draußen, die mich da inspiriert haben bzw. die mir so wichtige Denkanstöße dazu gegeben haben. Dazu gehören Christian Anderl, Sean Tucker, James Popsys und sicher noch viele andere. Die sich mit der Frage auseinandersetzen - Warum fotografiere ich eigentlich?
Ich glaube ich habe meine Antwort auch erst teilweise, aber ich bin schon ein wenig vorangekommen. Und mit der Beantwortung dieser Frage, komme ich natürlich auch immer mehr dahin, was ich eigentlich fotografieren möchte.
Ich fotografiere um Geschichten zu erzählen, Momente festzuhalten, Erinnerungen unendlich zu machen. Und daher fotografiere ich aus voller Leidenschaft Menschen. Wer kann besser Geschichten erzählen als Menschen? Und wenn man das Vertrauen geschenkt bekommt, dass einen jemand ganz direkt seine Geschichte erzählen lässt, wie zB beim Fotografieren einer Hochzeit oder Portraitfotos, ist das wirklich ein großes Geschenk, wofür ich jeden Tag sehr dankbar bin. Auch mit der Streetfotografie - meiner zweiten Leidernschaft - kann ich so viele spannende Momente festhalten, auch da gehören Menschen für mich immer fix mit dazu, sonst fehlt irgendwie für mich ein großer Teil der Emotion.
Dadurch sind mein Fotos über die Jahre extrem anders geworden. Hier nur zwei Beispiele - ich denke man sieht, welches Foto von früher ist und welches aktuell :)
Das erste Locationscouting…
Und da startet die Hochzeitssaison mit der ersten Winterhochzeit. Das sind natürlich gänzlich andere Umstände als im Sommer. Die Tage sind kürzer, das Licht ist anders, die Natur ist weniger grün und vor allem ist es viel kälter.
Und da startet die Hochzeitssaison mit der ersten Winterhochzeit. Das sind natürlich gänzlich andere Umstände als im Sommer. Die Tage sind kürzer, das Licht ist anders, die Natur ist weniger grün und vor allem ist es viel kälter.
Das sind alles Dinge, die man im Vorhinein beim Fotografieren bedenken muss. Wie lange kann ich einem Paar zumuten draußen zu sein, wie spät kann ein Paarshooting noch stattfinden bevor es finster wird, wie gestalte ich einen schönen Hintergrund, wenn die Pflanzen da draußen ein wenig die Farbe verloren haben?
Auch im Sommer gibt es mehr als genug Punkte einzukalkulieren. Oft das komplette Gegenteil, ist dieser Fotospot zu sehr in der Sonne? Wird es hier zu heiß? Müssen wir mit zu vielen Insekten kämpfen? Aber viele äußere Einflüsse gelten immer, sind Fotospots zu weit von der Hochzeitsgesellschaft weg, gelangt man mit jeder Art Schuhen dahin, besteht das Risiko schmutzig zu werden, sind gewisse Spots gesperrt?
Ja das ist schon eine ganze Liste. Und nachdem vor allem Paarshootings oft zeitlich straff getaktet sind, muss da alles klappen, die Spots schon geplant sein. Daher besichtige ich IMMER die Location, vor jeder Hochzeit. Ich bin gerne gut vorbereitet und plane meine Paarshootings so gut es geht. Nimmt mir das nicht die Kreativität? Ganz und gar nicht, im Gegenteil.
Wenn ich die Hauptspots festgelegt habe, bin ich komplett beim Fotografieren und muss mir über nichts anderes mehr Gedanken machen, das gibt mir die Freiheit mich komplett auf das Paar zu fokussieren und mich kreativ auszutoben, weil mich dann nichts mehr überraschen kann. Und da ich weiß, ich habe quasi sichere und tolle Shots in der Tasche kann ich ganz entspannt sehen, was man noch so machen kann. Und da fällt mir immer etwas ein :)
Wenn ich mir eine Location ansehe, versuche ich immer ungefähr zu der selben Uhrzeit hinzufahren, die ich dann auch bei der Hochzeit dort sein werde. Damit ich gleich die richtige Lichtsituation sehe. Am liebsten hab ich da auch gleich das Brautpaar mit. Dann kann auch auch gleich deren Wünsche berücksichtigen bzw. schon gemeinsam die Lieblingsspots auswählen.
Pixel peeping?
Was für ein Wort… Ist auch nichts unanständiges. Es bedeutet nur, ein digitales Foto so stark zu vergrößern, dass man die Pixel sieht. Aber muss man das?
Was für ein Wort… Ist auch nichts unanständiges. Es bedeutet nur, ein digitales Foto so stark zu vergrößern, dass man die Pixel sieht. Aber muss man das?
Meistens nicht. Manchen ist es ganz wichtig. Manchen gar nicht. Das ist echt eine Frage des Geschmacks. Für mich ist das grundsätzlich für die Bildwirkung, den Ausdruck und die “Schönheit” eines Fotos gar nicht wichtig. Ich hatte darüber schon in meinem letzten Blogartikel geschrieben. Ich mache Fotos mit dem Handy und die bedeuten mir manchmal weit mehr als so manches hochauflösendes Foto.
Warum habe ich dann eine 45 Megapixel Kamera? Ganz einfach. So oft es nicht wichtig ist, manchmal ist es unheimlich wichtig. Ich fotografiere Hochzeiten mit Leidenschaft und diese Fotos halten die wunderbaren Momente für immer fest und sind so eine wichtige Erinnerung an den schönsten Tag des Lebens. Und mit denen soll halt alles möglich sein. Riesig drucken, winzig drucken, auf jede Oberfläche.
Noch ein Aspekt ist, dass ich vom Foto, dass ich schieße, oft aus kompositionellen Gründen nur einen Ausschnitt verwende. Dadurch verliere ich natürlich von den ganzen Pixeln, die ich habe, oft auch so einige. Die Konsequenz - wenn ich dann das Foto vergrößere, habe ich nicht mehr ganz so viele Pixel über. Sind von Grund auf zu wenige da, kann sich das doch deutlich auf die Bildqualität auswirken. Dadurch will ich zur Sicherheit so viele wie möglich haben, damit ich bei der Gestaltung komplett flexibel bin.
Aber macht das dann auch wirklich so viel Unterschied. Sieht doch eh alles gleich aus. Ja definitv. Am Handybildschirm schon. Aber kaum seh ichs mir größer an, ists sehr deutlich. Ich zeig euch das mal mit meiner Hauptkamera (45 Megapixel) und meiner Backupkamera (20 Megapixel)
links: 45 Megapixel, rechts: 20 Megapixel
Bei dieser Größe (ca. 10 % von der Originalauflösung) sieht man definitiv gar keinen Unterschied.
links: 20 Megapixel, rechts: 45 Megapixel
Auch hier bei 100%, also genau Originalauflösung, sieht man eigentlich auch noch nichts.
Legt jetzt den Verdacht nahe, dass es doch egal ist. Naja. Wie groß sind zum Beispiel eure Wandbilder daheim? Stellt euch das jetzt in A3 an der Wand vor… ich zeig euch was ich meine.
links: 45 Megapixel, rechts: 20 Megapixel
Da ist schon gescheit reingezoomt auf 400% der Originalgröße.
Das ist jetzt doch echt deutlich. Und bei eurem Lieblingsbild wollen wir ja doch keine Abstriche machen. Mir ist für euch die Qualität wirklich wichtig. Ihr sollt jedes Foto in vollen Zügen genießen können. In der Quintessenz also. Meistens reichen 20 Megapixel. Meine Backupkamera ist wirklich eine feine, ich mag sie total gern. Manchmal kommts aber doch drauf an.
Hochzeitserinnerungen…
Ach Hochzeiten. Der schönste Tag im Leben. Ich genieße jede Hochzeit, die ich fotografieren darf so sehr. Und durch Fotos bleibt die Erinnerung immer ganz nah. Gerade erst habe ich mir die Fotos von einer ganz besonderen Hochzeit wieder durchgesehen.
Ach Hochzeiten. Der schönste Tag im Leben. Ich genieße jede Hochzeit, die ich fotografieren darf, so sehr. Und durch Fotos bleibt die Erinnerung immer ganz nah. Gerade erst habe ich mir die Fotos von einer ganz besonderen Hochzeit wieder durchgesehen.
Im Juli 2021 waren wir hier gerade noch mitten in Covid Sanktionen. Hochzeiten waren streng limitiert, Masken mussten wir zwar nicht tragen, aber die Gästezahl musste sehr klein gehalten werden. Eine meiner besten Freundinnen hatte hier genau ihre Hochzeit geplant. Sie durfte nur im engsten Kreis - mit Familie und Trauzeugen heiraten. Das war natürlich super traurig, ohne Freunde zu feiern. Aber ich hatte das unglaubliche Glück, als Fotografin teilnehmen zu dürfen. Ich hab mich so gefreut.
Und es war so eine schöne Feier. Ein ganz enger, vertrauter Kreis. Alle hatten so viel Spaß und haben es so genossen einander wieder zu sehen und das Brautpaar zu feiern. Und das Brautpaar war so glücklich. Ich hatte so einen Spaß dabei, die beiden und ihren absolut süßesten kleinen Sohn zu fotografieren.
Als ich mir jetzt die Fotos wieder angesehen habe, konnte ich mich wieder so gut an diesen schönen Tag erinnern, an die ganze Freude und die wunderbaren Momente.













