Auf der anderen Seite…
Eigentlich bin ich ja immer hinter der Kamera. Für mich ist das eindeutig die einfachere Seite. Vor der Kamera tu ich mir da schon schwerer. Aber jetzt musste es einmal sein. Und es war eine wichtige Lektion.
Eigentlich bin ich ja immer hinter der Kamera. Für mich ist das eindeutig die einfachere Seite. Vor der Kamera tu ich mir da schon schwerer. Aber jetzt musste es einmal sein. Und es war eine wichtige Lektion.
Aber aus bestimmten Gründen hab ich jetzt auch mal von mir Fotos gebraucht. MIt der heutigen Technik über Fernauslösung alles heutzutage überhaupt kein Problem mehr. Ich habs trotzdem echt lang hinausgeschoben.
Da ist man schon ganz schön ausgeliefert vor der Kamera. Zumindest am Anfang ist das nicht besonders angenehm. Aber was für eine Erfahrung. Für mich war das richtig lehrreich. Das hilft mir sehr dabei, meine Kund:innen besser zu verstehen und dadurch bessere Fotos zu machen. Sich sicher zu fühlen ist absolut essenziell um ein gutes Foto zu machen. Wie beim Sport braucht es auch ein bisschen ein “Aufwärmen”. Sich vertraut machen mit der Umgebung, der Kamera, die einen da ganz schön “anstarrt”, das grelle Licht, dass einen anleuchtet.
Nach kurzer Zeit ist es mir immer leichter gefallen. Man wird dann schon lockerer. Sieht man so sehr auf den Fotos. Obwohl das Anschauen von Fotos von sich selbst für eine gewisse Zeit ist auch eine ziemliche Herausforderung. Vor allem für jemanden wie mich, die nicht unbedingt allzu sicher mit dem eigenen Körperbild ist.
Aber auch das ist eine wichtige Erfahrung für mich gewesen. Ich war dann doch zufriedener als ich gedacht hätte. Da ist noch ein wenig Luft nach oben, aber gut gemachte Foto hilft da mit dem Selbstbild doch ein bisschen.
Ich wurde also nur noch weiter bestätigt, dass die Kamera nur einen Teil eines guten Fotos ausmacht. Das Umfeld und Befinden ist meiner Meinung fast wichtiger. Nur dann kann man mit Vertrauen man selbst sein und die besten Fotos machen.








Teenager Portraits
Man will ja seine Teenager nicht enttäuschen. Und die haben ja doch oft große Ansprüche wenn es um die eigenen Fotos geht. Bei uns allen voran die Haare, die müssen sitzen.
Man will ja seine Teenager nicht enttäuschen. Und die haben ja doch oft große Ansprüche wenn es um die eigenen Fotos geht. Bei uns allen voran die Haare, die müssen sitzen.
Und dann will man immer überhaupt sehr cool aussehen. Da ist schon ein wenig Feingefühl gefragt - die vermeintlich coolen Posen sind oft für Fotos nicht extrem gut geeignet, da muss man dann einen Mittelweg finden und diplomatisch vorgehen. Aber meistens ist mein Pubertier super offen und probiert gerne alle möglichen Posen freiwillig aus, da hab ich echt ein Glück. Da sind wir uns eigentlich immer schnell einig. Wichtig ist, dass es Spaß macht und was ganz wichtig ist, der Respekt für alle eventuellen Unsicherheiten darf absolut nicht fehlen. Schon als Erwachsener ist die Situation vor der Kamera nicht einfach, wir haben alle unsere vermeintlichen und in den meisten Fällen eingebildeten Makel aber gerade als Jugendlicher oder Jugendliche ist das oft ziemlich verstärkt.
Da ist es mir ganz wichtig mal zuzuhören und ein wenig zu plaudern, oft kriegt man dann schon mit, wo die vermuteten “Probleme” liegen und kann die dann schnell ausräumen. Mit ein bisschen Geduld und Einfühlungsvermögen sind dann nachher alle happy. Und es kann auch echt helfen, das Selbstbild zu verbessern und einiges an Ängsten auszuräumen.





Schwarzweiß oder Farbe?
Obwohl die heutigen Kameras, Wiedergabegeräte und Druckmaschen fast unendlich viele Farben produzieren können, ist doch die Schwarzweißfotografie nicht aus der Mode gekommen. Farben sind doch etwas traumhaftes, warum wird dann doch noch so viel in schwarzweiß fotografiert?
Dazu muss ich sagen, ich liebe ja beides. Schwarzweiß und Farbe. Vor allem in der Portraitfotografie kann man mit beidem so viel ausdrücken. Farben unterstreichen die Gefühle, die Atmosphäre, den Chrarakter. Aber trotzdem sind die ausdrucksstärksten Portraitaufnahmen oft Schwarzweißfotos.
Es kommt einfach immer darauf an. Ja ok - eh klar. Aber wie ich bereits in einem vorigen Blogartikel schon mal geschrieben hatte, ändert sich die Geschichte eines Bildes oft drastisch, wenn ich Farben dazu oder weggebe. Ganz einfach weil ich dadurch auch den Blick des Betrachters lenken kann. Mit starken Farben kann ich den Augenmerk auf etwas richten oder ein bestimmtes Gefühl ausdrücken oder auch ein bestimmtes Merkmal einfach nur dezent unterstreichen. Wenn ich in schwarzweiß fotografiere, lenkt zu einem großen Teil der Ausdruck bei einem Portraitbild den Blick oder auch - ganz technisch gesehen - der Punkt mit dem meisten Kontrast.
Mir gefällt ein BIld meistens dann, wenn es den natürlichen Ausdruck der Person am Portrait unterstreicht und verstärkt und ich das Gefühl habe, diese Person erzählt mir durch das Bild etwas über sich.
Ok, das ist jetzt etwas abstrakt. Aber vielleicht kann ich das ja mit Bildern noch ein bisschen besser beschreiben.
Der wichtigste Unterschied ist der Punkt an dem mein Blick in das Bild “einsteigt”. Das ist nämlich mein erster Eindruck. Das linke Bild ist durch die Komplementärfarben Rot und Grün sehr spannend. Am ehesten schaue ist zuerst ins Gesicht und die Haare. Dann sehe ich den Rest vom Bild an. Das Foto wirkt ausgewogen, ruhig, die Person auf dem Foto wirkt ernst, aber selbstsicher, sanft und ruhig.
Wenn ich auf das schwarzweiße Bild rechts sehe, fällt mein Blick sofort auf die Augen, ich finde der herausfordernde Ausdruck kommt hier viel mehr heraus. Die Sanftheit ist verschwunden. Generell ist das Foto völlig auf den Ausdruck reduziert, wirkt dadurch stärker - irgendwie wird die Geschichte ein ganzes Stück lauter erzählt.
Auch in diesem Beispiel ist die Blickrichtung der Fotos ähnlich. Das Bild in Farbe erzählt die Geschichte in diesem Fall aber irgendwie besser. Weil hier ist leiser besser ist. Der Ausdruck hier ist ganz ein anderer. Die Person wirkt einladend und glücklich, das kommt im Farbbild viel besser zur Geltung. Die Kraft und Stärke ist nicht im Vordergrund, die Sanftheit ist viel wichtiger.
Ich muss sagen, hier gibt es kein richtig oder falsch, das ist in meinem Fall mein Bauchgefühl. Jemand anderer mag da total anders empfinden. Klar ist nur, Farbe oder nicht Farbe macht einen gewaltigen Unterschied. Was gefällt euch besser?
Wie bearbeitet sind meine Portraits?
Es gibt kaum etwas kontroverseres als die Bildbearbeitung. Es gibt da doch einige, die finden, ein Bild darf überhaupt nicht bearbeitet sein, weil früher war das auch nicht so. Das ist aber so nicht richtig. Auch schon zu Analogfilmzeiten wurde in der Dunkelkammer bei der Fotoentwicklung “gebastelt”. Und das aus gutem und wichtigem Grund.
Es gibt kaum etwas kontroverseres als die Bildbearbeitung. Es gibt da doch einige, die finden, ein Bild darf überhaupt nicht bearbeitet sein, weil früher war das auch nicht so. Das ist aber so nicht richtig. Auch schon zu Analogfilmzeiten wurde in der Dunkelkammer bei der Fotoentwicklung “gebastelt”. Und das aus gutem und wichtigem Grund.
Das menschliche Auge ist ein Wunderwerk der Natur. So viele Farben, Kontrast, räumliches Sehen, schneller Fokus… und dann natürlich unser Gehirn, das uns oft viel Arbeit abnimmt und sich auf das Wesentliche fokussiert. Das kann halt die Kamera als technisches Gerät nicht und sie funktioniert auch nicht wie unser Auge - Bilder direkt aus der Kamera sind oft eine herbe Enttäuschung, weil sie einfach ganz wertfrei nicht das darstellen, was unser Auge sieht.
Und genau das ist der Punkt bei der Bildbearbeitung. Für mich liegt da der Hauptgrund dafür. Ich mache aus dem vom technischen Auge gesehenen Foto wieder das Bild, das ich vor mir gesehen habe, als ich auf den Auslöser gedrückt habe.
Aber was bedeutet das jetzt genau? Die Farbtemperatur ist anders, die Kontraste sind anders, also die Helligkeitswerte des Bilds - und es wirkt direkt aus der Kamera oft ganz “flach”. Unser Auge sieht viel mehr “3D”. Das alles passe ich mit der Bildbearbeitung wieder an.
Das gilt eigentlich für jedes Foto, das ich mache - Landschaftsbild, Hochzeitsfoto oder Portrait. Und beim Portrait bzw. natürlich dem einen oder anderen Hochzeitsfoto ist das nicht alles.
Hier kommt auch die sogenannte Retusche ins Spiel. Aber ist das nicht dann schon unecht? Das kommt wirklich sehr darauf an. Wie schon vorher erwähnt, sieht nicht nur unser Auge allein, sondern unserer Gehirn steuert mit, was wir wahrnehmen. Sehen wir einen Menschen, stechen uns bestimmte Merkmale ins Auge - das Glitzern in den Augen, das Löcheln, je nach Geschmack finden wir die unterschiedlichsten Dinge ansprechend. Alles andere mildert unser Gehirn sehr ab und wir nehmen es sehr wenig wahr. Feine Linien, Hautunreinheiten, dunkle Augenringe, Glanzstellen - all das sieht die Kamera sehr viel stärker als wir, weil sie einfach alles sieht. Das stört dann die Stimmigkeit des Bilds total.
Und das ist für mich meine Ausprägung der Retusche. Alles was nicht ins Gesicht gehört, was den Charakter nicht ausmacht und was mich beim ersten Durchsehen der Fotos überrascht, weil ich es gar nicht wahrgenommen hatte bei der Aufnahme - sowie Dinge die ein paar Tage später eventuell gar nicht mehr da sein werden, die können ein wenig ausgeglichen werden oder in manchen Fällen auch raus, wie zB ein Pickel. Wobei ich da sehr zurückhaltend bin, weniger ist hier einfach mehr, umso natürlicher umso besser. Ich möchte den Menschen sehen, genauso wie ich ihn fotografiert habe, genau so wie er ist, weil genau so sieht man am besten aus.
Viel Unterschied sieht man eigentlich auf den ersten Blick gar nicht. Es sind wirklich nur Kleinigkeiten, hier ein dunkler Schatten über dem Auge, da ein Haar das absteht, Haare die ein wenig im Schatten versinken, eine Spur verfeinertes Hautbild ohne die Haut selbst groß zu verändern. Augen, die auch ein wenig im Schatten sind, den Glanz wieder zurückgeben, bei kleinen Kaffeeflecken auf den Zähnen ein wenig zu schummeln. Und trotzdem, das Bild ist einfach nachher viel stimmiger, die Person strahlt einfach eine Spur mehr, ohne zu verlieren, was sie ausmacht.
Aber wie kann man sich das jetzt vorstellen? Ich zeig das lieber einfach mal, wie das bei mir aussieht. Ich glaub, da sieht man am besten was ich meine. Fallen euch Unterschiede auf?
Eine kleine Portraitsession…
Jedes Jahr, wenn es dann schon Richtung Winter geht, gibt es bei uns zu Hause Fotoshootings. Wir machen immer ein paar Portraits und ein paar Familienfotos. Super Weihnachtsgeschenke, das ist bei uns schon ein Fixpunkt und vor allem Oma und Opa können die neuen Fotos meistens schon gar nicht erwarten.
Jedes Jahr, wenn es dann schon Richtung Winter geht, gibt es bei uns zu Hause Fotoshootings. Wir machen immer ein paar Portraits und ein natürlich auch Familienfotos. Super Weihnachtsgeschenke, das ist bei uns schon ein Fixpunkt und vor allem Oma und Opa können die neuen Fotos meistens schon gar nicht erwarten.
Meine Tochter und ich haben jetzt die erste Fotosession absolviert und ein paar schöne Portraits gemacht. Mit dem richtigen Equipment sind es nur ein paar Handgriffe und man kann total viele unterschiedliche Portraitstile ausprobieren.
Allein die Farbe des Hintergrunds macht einen Wahnsinnsunterschied in der Bildwirkung. Die Lichtquellen und Positionierung des Lichts können ein Portrait auch komplett verändern. Leuchte ich das Gesicht komplett aus oder setze ich bewusst Schatten um den Ausdruck des Gesichts zu unterstreichen. Schatten können das Gesicht wunderbar modellieren und den Charakter eines Menschen toll betonen. Dabei entstehen oft sehr kunstvolle Portraits. Immer ist das aber möglicherweise nicht gewünscht. Bei einem Bewerbungsfoto beispielsweise, möchte ich wahrscheinlich lieber das ganze Gesicht ganz natürlich sehen.
Auch die Art der Lichtquelle selbst trägt etwas zum Ausdruck des Portraits bei. Verwende ich weiches Licht aus einer Softbox beispielsweise, habe ich recht viel Licht überall, auch im Hintergrund und nur sanfte Schatten. Bei einem gerichteten Blitzkopf dagegen wird nur das Motiv oder sogar nur Teile davon scharfkantig angeleuchtet, der Rest “versinkt” in dunklen harten Schatten. Und dazwischen gibt es unzählige Möglichkeiten, von den Unterschieden durch Kameraeinstellungen und Posen gar nicht zu sprechen.
In nur einer ungefähr einer Stunde haben wir eine ganze Reihe an unterschiedlichsten Fotos gemacht, ganz einfach bei uns im Wohnzimmer. Ich zeige euch hier mal eine kleine Auswahl davon. Ihr möchtet auch mal neue Portraits machen? Meldet euch einfach bei mir! Ich freu mich!












